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Warum Wale und Elefanten keinen Krebs bekommen
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20 November 2026
Täglich entstehen in unserem Körper Tausende von Krebszellen, die von unserem Immunsystem vernichtet werden. Doch Tumorzellen haben eine ausgeklügelte Fluchtstrategie entwickelt, um dem Immunsystem zu entkommen: Ihre Schulung erhalten die Tumorzellen in speziellen Trainingscamps. Unterstützt wird die Krebsbildung von Tumorstammzellen, die versteckt überall im Körper sitzen und stets für Nachschub an neuen Krebszellen sorgen. Diese Stammzellen entkommen jeder Krebstherapie. Hinter allen Vorgängen stecken Gene. Sind wir unseren Genen machtlos ausgeliefert oder können wir durch unseren Lebensstil Einfluss auf die Gene nehmen? Warum bekommen einige Tiere keinen Krebs aber der Mensch? Das letzte Kapitel widmet sich modernen „zielgerichteten Krebstherapien“ und der Frage, ob Krebs besiegbar ist.
Priv.Doz. Dr.rer.nat. habil. Matthias Giese, Professor (Associate), PhD, Biochemiker, blickt auf über 35 Jahre internationale Berufserfahrung in der pharmazeutischen Industrie, akademischen Lehre und Forschung zurück. Studium der Molekularbiologie und Biochemie an der Universität des Saarlandes. Promotion im Deutschen Krebsforschungszentrum/ Heidelberg (DKFZ). Habilitation in der Humanmedizin an der Universität Leipzig. Verschiedene Leitungsfunktionen in nationalen und internationalen Pharmaunternehmen.
Im Battelle Institut in Frankfurt am Main, der ehemaligen deutschen Niederlassung des Battelle Memorial Institute, Columbus, Ohio/ USA etablierte er die Arbeitsgruppe „Tumorbiologie“. Mit seinem Team widmete er sich der Wirkstoffforschung von neuen antitumoralen Substanzen, die in praktischen in vitro und in vivo Studien untersucht wurden. Sein weiterer Weg führte ihn nach Wien/ Österreich. Als Laborleiter war Matthias Giese verantwortlich für die Produktion eines humanen gentechnischen Impfstoffs gegen das maligne Melanom. Dabei handelte es sich um die erste autologe Ganzzellvakzine, die in Europa in einer klinischen Multi Center Studie Patienten verabreicht wurde. Eine Pionierleistung auf dem Gebiet der Tumorimpfstoffe und ein Meilenstein in der personalisierten Krebstherapie.
Zurück in Deutschland folgte er dem Ruf des neugegründeten Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Leipzig und baute dort die Abteilung „Impfstoffentwicklung“ auf. Fokus war die Entwicklung von therapeutischen Vakzinen gegen Infektions- und Krebskrankheiten. In enger Zusammenarbeit mit der Medizinischen Tierklinik der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig konnte Matthias Giese in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Schusser in einem Pferdemodell erfolgreich einen DNA-Impfstoff gegen das Equine Arteritisvirus (EAV) im Landgestüt Moritzburg/ Dresden testen. Infizierte Hengste geben im Deckakt das Virus über Sperma weiter. Sechs Monate nach Therapiebeginn waren alle Hengste virusfrei. Großtiermodelle sind in der Krebsforschung den gängigen Kleintiermodellen mit Mäusen überlegen und bieten für die Humanmedizin die belastbareren Daten, da Pferde oder auch Schweine der immunologischen Gesamtsituation im Menschen sehr nahe kommen.
Matthias Giese ist Autor des Lehrbuchs „ Introduction to Molecular Vaccinology“ Springer Nature, ISBN 3319258303, 2016. Das Lehrbuch ist eines der weltweit führenden Publikationen auf diesem Gebiet. Weitere Bücher von Matthias Giese „Molecular Vaccines: From Prophylaxis to Therapy – Volume 1“ (ISBN 9783709114186) und „Molecular Vaccines: From Prophylaxis to Therapy – Volume 2“ (ISBN 9783319376752) sind ebenfalls bei Springer Nature erschienen.