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Weltentwürfe in Kurzprosa
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21 September 2026
Die Studie entwickelt ein Lektüreparadigma, um Kurzprosabücher von Alexander Kluge, Christian Kracht, Christoph Ransmayr, Judith Schalansky und Ilija Trojanow zu analysieren, welche die Welt im Zusammenhang mit der neoliberalen Globalisierung und dem anthropogenen Klimawandel darstellen. Dabei sind die Poetiken, Themen, Kontexte, literarischen Eigenzeiten und ideologischen Signaturen dieser Texte sowie ihr Verhältnis zu anderen weltentwerfenden Medien Gegenstand der Untersuchung. Die Studie stellt erstmals assemblierte Kurzprosa in den Mittelpunkt, während sich die bisherige Forschung zu den Literaturen der Globalisierung, des Klimawandels und des Anthropozän oftmals auf den Roman als Gattung konzentriert hat. Sie liefert damit einen Beitrag zur Gattungstheorie und rekonstruiert die fortschreitende Überlappung von globalen und planetaren Imaginationen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur von den 1990er-Jahren bis in die 2010er-Jahre. Schließlich zeigt die Studie, dass sich die poetisch, thematisch und politisch sehr unterschiedlichen Weltentwürfe der untersuchten Kurzprosabücher darin treffen, dass in ihnen keine Welt vorgestellt wird, die literarisch über den Kapitalismus hinausweist.
Christoph Schaub, Universität Vechta.
Christoph Schaub, University of Vechta, Germany.