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Zeitgenössische Verschiebungen im literarischen Erinnerungsdiskurs
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30 November 2026

Vor dem Hintergrund einer aktuellen „Krise der Erinnerungskultur“ (Lenhard 2021) untersucht dieser Band die jüngsten Formen von Verschiebungen in der deutschsprachigen Literatur.
Seit Michael Rothbergs Vorschlag einer „Multidirectional Memory“ (2009) drängt sich die Frage auf, wie sich der Erinnerungsdiskurs unter dem Eindruck verflochtener Geschichten bis heute weiterentwickelt hat. Dieser Diskurs ist ursprünglich aus der Auseinandersetzung mit dem Holocaust hervorgegangen und wurde dann stark durch „Postmemory“ (Marianne Hirsch 1992) geprägt. Seit einigen Jahren sind zudem Fragen nach dem Umgang mit kolonialen Verbrechen ebenso unumgänglich geworden wie die Auseinandersetzung mit identitätspolitischen Perspektiven. Der Band geht der Frage nach, wie sich der deutschsprachige literarische Erinnerungsdiskurs in den letzten Jahren verändert hat, wobei den Eckpunkten Holocaust, Migration und Identitätspolitik besonderes Gewicht zukommt.
Literatur ermöglicht erhellende Einblicke in die komplexen Prozesse, die determinieren, wie und welche Erinnerungen gegenwärtig sind – und aus welchen Gründen. Erkenntnisse der langjährigen Holocaust-Gedächtnisforschung sollen dabei für heutige Diskurse nutzbar gemacht werden.
Linda Maeding, Univ. Complutense Madrid; Rosa Pérez Zancas, Univ. de Barcelona; Marko Pajević, Univ. de Paris 3 - Sorbonne Nouvelle.
Linda Maeding, Univ. Complutense Madrid; Rosa Pérez Zancas, Univ. de Barcelona; Marko Pajević, Univ. de Paris 3 – Sorbonne Nouvelle.