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Aggressive Ästhetik - ästhetische Aggression
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December 15, 2026
Nicht erst die jüngeren Diskussionen um die politischen Konsequenzen und rechtlichen Grauzonen satirischer Schmähdichtung rückten die künstlerische Form der Satire in den Kontext funktional-kommunikativer Wirkung. Zwar kann sich der Satiriker (juristisch) auf den ästhetisch-fiktionalen Charakter seines Schaffens und die Kunstfreiheit berufen, doch wird ästhetisierter Aggression immer wieder auch mit realer Gewalt begegnet.
Die Satireforschung steht somit vor der Herausforderung, die ästhetische Dimension der Satire in ihrer Wechselwirkung mit ihrer kommunikativen Wirkung zu analysieren. Traditionell schwankt sie zwischen formalistisch-rhetorischen und historisch-pragmatischen Ansätzen. Fokussiert wurde zuletzt vor allem die kommunikative Funktion sowie die sozialen und rechtlichen Aspekte von Satire als „ästhetisch sozialisierte[r] Aggression“ (Brummack). Der Tagungsband zielt demgegenüber darauf ab, die Ästhetik des Satirischen jenseits reiner Formfragen ins Zentrum zu rücken, ohne dabei ihren medial-kommunikativen Charakter zu vernachlässigen. In dieser Perspektive untersuchen die Beiträge die ästhetischen Dynamiken, subversiven Strategien sowie den selbstreflexiven Aspekt des Satirischen, um das spezifisch Ästhetische der Satire zu ergründen.
Daniel Wendt, Karl-Franzens-Universität Graz, Österreich; Peter v. Möllendorff, Justus-Liebig-Universität Gießen, Deutschland.
Daniel Wendt, Karl Franzens University Graz, Austria; Peter v. Möllendorff, Justus Liebig University Gießen, Germany.