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Alexander I. und Ferdinand I. von Bulgarien
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18 May 2026
Monarchien und Dynastien prägen das europäische 19. Jahrhundert, und ihre Herausbildung dementsprechend auch die Ausgestaltung der seinerzeit neuen Staaten im Südosten des Kontinents.
Dieses Grundfaktum hat die Forschung in und außerhalb der Region weithin vernachlässigt. Peter Stoyanovich bietet im vorliegenden Buch dazu nun eine wichtige Wissensquelle und Gelegenheit zu weiterer Forschung.
Alexander von Battenberg und Ferdinand von Sachsen-Coburg und Gotha waren die beiden ersten Monarchen (1879–1886 der eine, 1887-1918 der andere) im 1878 de facto und 1908 de jure unabhängig gewordenen Fürstentum Bulgarien. Die beiden und ihre persönliche und politische Stellung werden von Stoyanovich parallel untersucht. Oberflächliche Ähnlichkeiten (wie die jeweilige Herkunft aus dem kleinstaatlich deutsch-mitteleuropäischen Hochadel) treten bei der genaueren Betrachtung zurück. Stattdessen kommen markante Unterschiede hervor: sei es auf der Ebene des Individuellen, den familiär und konfessionell verschieden ausgerichteten gesamteuropäischen Verflechtungen, bei den Auswirkungen der für die jeweilige Herrschaft essentiell wichtigen Politik der Großmächte oder der innerbulgarischen Gesamtverfasstheit, die sich stetig wandelte.
Die Untersuchung ist das Werk eines anerkannten Experten. Tiefgründiges Wissen wechselt ab mit analytischen Schlussfolgerungen zur Rolle von Personen und Politik der bulgarischen und europäischen Ebene. Die Bemühungen der regierenden Fürsten Alexander und Ferdinand, das zunächst noch vielfach gefährdete bulgarische Staatsschiff in sichere Fahrwasser zu bringen, werden greifbar.
Die Studie ist in der Anlage wissenschaftlich einzigartig und eröffnet ein neues Kapitel in der Erforschung des Balkans und Europas im „langen“ 19. Jahrhundert.
Peter Stoyanovich, Bulgarische Akademie der Wissenschaften, Sofia, Bulgarien.
Peter Stoyanovisch, Bulgarian Academy of Sciences, Sofia, Bulgaria