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Barlaam und Joasaph
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14 November 2026

Der byzantinische Roman Barlaam und Joasaph, um das Jahr 1000 auf dem Athos entstanden und alsbald durch zahllose Übersetzungen und Nachdichtungen in der ganzen Christenheit verbreitet, war die „Lieblings-Geschichte des Mittelalters, sein Volksbuch, sein Traumbrot, seine Lebens-Parabel, die zu hören das Mittelalter nicht satt wird” (Erhart Kästner).
Die Geschichte von der Bekehrung des indischen Königssohns Joasaph, den sein Vater in einem goldenen Käfig aufwachsen lässt, um ihn von den leidvollen Seiten des menschlichen Daseins abzuschirmen, wurde lange Zeit als Werk des Johannes von Damaskus betrachtet; sie bildete die Grundlage für eine schon bald einsetzende Verehrung Joasaphs und seines geistlichen Vaters Barlaam als Heilige der christlichen Kirche. Erst als man um die Mitte des 19. Jahrhundert die Wurzeln dieser Erzählung in der Buddha-Legende entdeckte, rückte die faszinierende Wanderung durch die Kulturen und Religionen des Orients in den Blick, die dem byzantinischen Roman vorangeht.
Die hier vorgelegte Übersetzung basiert auf der kritischen Ausgabe des griechischen Textes von Robert Volk (2006) und will dieses heute zu Unrecht in Vergessenheit geratenene Stück Weltliteratur neu zugänglich machen.
Ulrich C. J. Gebhardt, Freiburg.
Ulrich C. J. Gebhardt, Freiburg, Germany.