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Bildungssprache im Blick
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13 November 2026
Bisher gibt es wenig empirisch gesichertes Wissen darüber, welche bildungssprachlichen Mittel für Leser:innen tatsächlich rezeptiv schwierig sind. Empirische Erkenntnisse hierzu stellen jedoch eine Voraussetzung dafür dar, in der schulischen Vermittlung von Bildungssprache gezielte didaktische Maßnahmen ergreifen zu können und dabei die begrenzten zeitlichen und personellen Ressourcen zielgerichtet für die Förderung derjenigen sprachlichen Phänomene einzusetzen, die nachweislich zu Verstehensproblemen führen.
Ein zentrales Anliegen der hier vorgestellten Lesestudien besteht darin, die verbreitete Annahme zur erschwerten Rezeption erweiterter Partizipialattribute in Sachtexten (z.B. „ein durch Immunsuppressiva geschwächtes Immunsystem“) mithilfe von Blickbewegungsmessung (Eyetracking) experimentell zu überprüfen. Die Ergebnisse dieser Studien beantworten damit nicht nur die Frage, ob dieses bildungssprachliche Phänomen tatsächlich zu Verarbeitungs- und Verständnisschwierigkeiten beim Lesen führt, sondern bieten auch ein empirisches Fundament für didaktische Entscheidungen im Zusammenhang mit der unterrichtlichen Vermittlung dieses Phänomens sowie für die Entwicklung gezielter Maßnahmen der Leseförderung.
Marie Hempel, Technische Universität Dresden.