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Burkard Waldis: Esopus
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07 November 2017

Der Esopus des ehemaligen Franziskaners und protestantischen Pfarrers Burkard Waldis ist eines der bedeutendsten literarischen Werke der Reformationszeit. 400 äsopische (Tier)Fabeln, Schwänke, Fazetien und Anekdoten mit über 22.000 Versen machen den Esopus zu einer einzigartigen Sammlung europäischer Fabel- und Erzählstoffe. Im ersten Band ist der Esopus nach dem Erstdruck von 1548 vollständig neu ediert. Der zweite Band enthält neben einem Variantenverzeichnis insbesondere einen ausführlichen Kommentar, der sprachlich schwer verständliche Stellen und (kultur)historische, naturkundliche und literaturgeschichtliche Sachverhalte erläutert. Zudem sind hier auch die 281 lateinischen Fabeln des Aesopus Dorpii abgedruckt, die Waldis als Vorlage dienten. Eine Einleitung gibt erste Lektürehinweise und informiert über die Biographie des Autors, über die Drucke des 16. Jahrhunderts sowie über Vorlagen und die Rezeption des Esopus. Umfangreiche Register zu Bibel- und Klassikerzitaten, Sprichwörtern, Redensarten, Fabelakteuren, Themen, Moralia und Erzähltypen erschließen diese einzigartige Fundgrube frühneuzeitlicher Erzählkunst.
Ludger Lieb, Universität Heidelberg; Jan Mohr und Herfried Vögel, Ludwig-Maximilians-Universität München.