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Dachau in der späten Phase des Holocaust
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31 December 2026

Wie die meisten Konzentrationslager im Inneren des Deutschen Reiches wird auch der Lagerkomplex Dachau eher selten mit dem Holocaust in Verbindung gesetzt. Johannes Meerwald belegt jedoch, dass auch das KZ Dachau eng mit der nationalsozialistischen, antijüdischen Vernichtungspolitik in Verbindung stand.
In der späten Phase des Holocaust, die vom Rückzug der Deutschen geprägt war, verschleppten die Nationalsozialisten gezielt Jüdinnen und Juden aus Ostmitteleuropa zurück in das Reichsinnere. Ab Juni 1944 diente der Lagerkomplex Dachau als Haftort für Zehntausende jüdische Häftlinge, die Zwangsarbeit an den Großbunkerbaustellen der Organisation Todt leisten mussten. Bei Kriegsende stand Dachau gerade für Jüdinnen und Juden synonym für massenhafte Ausbeutung und Vernichtung.
Johannes Meerwald verfolgt einen multiperspektivischen Ansatz und nimmt sowohl die Geschichte der Verfolgten, der Tätergruppierungen als auch der zivilen Umfelder der Dachauer Lager in den Blick. Seine chronologisch gestaffelte Analyse identifiziert Wegmarken, legt Entwicklungs- und Radikalisierungslinien frei und zeigt am Beispiel der Region Südbayern, welche Rolle das Reich als Tatort in der späten Phase des Holocaust einnahm.
Johannes Meerwald, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin.
Johannes Meerwald, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin, Germany.