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Das gelobte Land der Moderne
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26 August 2020

Gustaf Dalman hielt nicht viel von Knipsern. Wenn der deutsche Palastinakundler ab 1899 zwischen Aleppo und Alexandria unterwegs war, lies er sich Zeit. Er beobachtete, griff zum Notizbuch und zur Plattenkamera: sachlich, stilvoll, immer auf Augenhohe mit seinem Gegenuber, sei es nun ein Mensch oder ein Klappspaten. Bis zu seinem Tod im Jahr 1941 sammelte Dalman in Greifswald rund 20.000 eigene und fremde Fotografien einer Kulturlandschaft auf dem Sprung zur Moderne. Dieser europaweit einmalige Bestand wird von der Theologin und Kunsthistorikerin Karin Berkemann erstmals umfassend bildwissenschaftlich ausgewertet – und verglichen mit den Aufnahmen deutscher Reisender ab 1948, nach der Grundung des Staates Israel. Manche suchten hier mit der Kamera das Altertumliche, andere die Zeichen einer neuen Zeit. Quer durch die Jahrzehnte fugen sich die Fotografien heute zur vielschichtigen Topografie einer Region, die drei Weltreligionen und ungezahlten Kulturglaubigen als heilig gilt.