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Denken in der Wikingerzeit
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31 December 2026
Die skandinavische Expansion und Transformation der Wikingerzeit (8.–11. Jh.) wird derzeit vor allem durch wirtschaftliche, militärische, politische und technische Faktoren erklärt. Weitgehend unterbelichtet bleiben dabei aber ihre kognitiven Voraussetzungen und Folgen. In der vorliegenden Studie steht daher der Denkstil wikingerzeitlicher Skandinavier:innen im Fokus. Untersucht wird er mit einer Analyse der Informationsverarbeitung bei drei kognitiv anspruchsvollen Kulturtechniken, die sich anhand von zeitgenössischem Material gut rekonstruieren lassen: der Runenschriftlichkeit, der Hochseenavigation und der Skaldendichtung. Den Kern der Arbeit bilden die skandinavischen Runeninschriften der frühen Wikingerzeit (ca. 700–970), die umfassend schrift-, medien- und wissensgeschichtlich erforscht werden. Runologische Grundlagenarbeit geht dabei einher mit methodischer Innovation, da es einer Integration kognitionswissenschaftlicher Ansätze und Theorien bedurfte. Erkennbar wird durch diese Untersuchung ein distinkter Denkstil, dessen weite Verbreitung in den wikingerzeitlichen Eliten sich durch Vergleiche mit Skaldendichtung und maritimer Navigation erweisen lässt.
Daniel Föller, Universität Basel, Basel, Schweiz.
Daniel Föller, University of Basel, Basel, Switzerland.