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Ein deutscher Revolutionär im Amt
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April 22, 2024

Der deutsche 1848er-Revolutionär Carl Schurz (1829–1906), der als Sklavereigegner und republikanischer Politiker in den USA der Bürgerkriegszeit Karriere machte, wird bis heute gefeiert als Verfechter der Gleichheit aller Menschen. Dieses Buch zeichnet anhand vieler bislang unbekannter Quellen ein differenzierteres Bild seines späteren politischen Wirkens. Als US-Senator opponierte Schurz seit 1870 gegen den Bürgerrechtsschutz für ehemals versklavte Afroamerikaner in den Südstaaten. Ab 1877 initiierte er als US-Innenminister eine harte Zwangsassimilationspolitik gegen indigene Gemeinwesen. Das Buch folgt Schurz’ Abkehr vom Universalismus früherer Jahre und stellt seine Vorschläge in den Kontext der kontroversen demokratiepolitischen Debatten der 1870er-Jahre. Obgleich sie offizielle Politiken späterer Jahrzehnte vorwegnahmen, trafen Schurz’ Bestrebungen, die Rechte von Afroamerikanern und Indigenen zu reduzieren, noch auf breiten Widerstand.
Julius Wilm, Universität Leipzig, Deutschland.
Julius Wilm, Leipzig University, Germany.