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Frühe Vorlesungen im Exil
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30 January 2012

Schon kurz nach seiner erzwungenen Emigration, im Jahre 1934, konnte der protestantische Theologe und Philosoph Paul Tillich (1886–1965), der zuvor Professor für Philosophie und Soziologie an der Universität Frankfurt a. M. gewesen war, in New York seine akademische Lehrtätigkeit aufnehmen. Band XVII der Ergänzungs- und Nachlaßbände zu den Gesammelten Werken von Paul Tillich enthält drei bisher unbekannte Vorlesungen, die er in den ersten zwei Jahren seines Exils am Union Theological Seminary New York, an der Columbia University New York und an der Yale University New Haven gehalten hat. Es sind Vorlesungen über Religionsphilosophie (1934), Einführung in die Existential-Philosophie (1934) und die Lehre vom Menschen (1934–35). Sie dokumentieren den schwierigen Versuch eines deutschen Gelehrten, sein von der Philosophie des deutschen Idealismus, der Existenzphilosophie und der religiösen und politischen Situation in Deutschland geprägtes philosophisches und theologisches Denken einem amerikanischen akademischen Publikum nahe zu bringen. Dieser Erstveröffentlichung werden die Vorlesungsmanuskripte Tillichs zugrundegelegt. Sie wurden vom Herausgeber aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.
Erdmann Sturm, Westfälische Wilhelms-Universität Münster.