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Galanterie, Kolonialismus und Orientalismus
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13 November 2026

Der Band untersucht erstmals systematisch die ebenso engen wie vielfältigen Verflechtungen der galanten Kultur mit kolonialen und proto-orientalistischen Diskursen um 1700. Als prägendes kulturelles und literarisches Modell war die Galanterie eng mit der Nutzung kolonialer Ressourcen und der Konstruktion eines kulturell Anderen verbunden.
In vier Sektionen zeigen die Beiträge, wie außereuropäische Menschen, Objekte und Wissensbestände in Porträts, Kunstkammern, Reiseberichten, Romanen sowie höfischen Festen und Zeremonien präsentiert, beschrieben, fiktionalisiert und politisch inszeniert werden.
Neben der Omnipräsenz kolonialer Gewalt und europäischer Überlegenheitsansprüche entwickelt sich um 1700 eine zunehmend exotisierende orientalistische Perspektive. Der Blick auf das Fremde dient jedoch nicht nur zur Stabilisierung der eigenen Identität, sondern dessen Präsenz eröffnet auch immer wieder Räume für Ambivalenzen und punktuelle Selbstreflexion.
Mit Beiträgen aus den Literaturwissenschaften, der Geschichte und Kulturgeschichte, der Kunstgeschichte sowie der Musikgeschichte leistet der Band einen grundlegenden Beitrag zur Neubewertung der Galanterie als einem zentralen Medium frühneuzeitlicher Globalisierungsprozesse.
Stephan Kraft, University Würzburg, Würzburg, Germany; Isabelle Stauffer, University Eichstätt-Ingolstadt, Eichstätt, Germany.