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Geschichtsschreibung und Sinngeschichte in Iran

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Bis heute werden die Eroberungen und die Herrschaft der Mongolen von vielen Iranerinnen und Iranern als traumatisches Ereignis oder gar als „Genozid“ angesehen. Diese Einschätzung spiegeln auch die...
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  • 12 June 2014
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Bis heute werden die Eroberungen und die Herrschaft der Mongolen von vielen Iranerinnen und Iranern als traumatisches Ereignis oder gar als „Genozid“ angesehen. Diese Einschätzung spiegeln auch die im Iran der Pahlavizeit und der Islamischen Republik publizierten Monographien und Artikel zur Mongolenzeit wider, die vor allem als Lehrbücher an Schulen und Hochschulen verwendet werden. Daher besteht der wesentliche Ansatz in Anja Pistor-Hatams Analyse dieser historischen Erzählungen im Sinn, den ihre Autorinnen und Autoren den kontingenten Ereignissen dieser Epoche geben. Dabei bedienen sie sich vielfach Kohärenzfiktionen, die der Konstruktion von (nationaler) Identität und Selbstgewißheit dienen, wie der Vorstellung vom Phönix aus der Asche: niemals wird eine fremde Macht „Iran“ zerstören können, da es sich selbst nach dem „Mongolensturm“ in neuem Glanz wieder erhob.

The thirteenth-century Mongol invasions and their aftermath are largely seen as traumatic and even regarded as genocide by many Iranians. This is seen in the many texts on the subject published during the Pahlavi era and the Islamic Republic. In her book, Anja Pistor-Hatam takes a close look at these historical narratives and the meanings their authors give to the central events of this period. She explains how Iranian authors use fictions of coherence to construct their national identity as well as reassure themselves that there could never again be a power capable of destroying Iran.
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Price: $191.00
Pages: 328
Publisher: Brill
Imprint: Brill
Series: Iran Studies
Publication Date: 12 June 2014
ISBN: 9789004271272
Format: Hardcover
REVIEWS Icon
“Alles in allem liegt hier ein Buch vor, das ein inhaltlich spannendes und für die Iranistik wichtiges Thema überzeugend behandelt. Die drei Teile (theoretischer Rahmen, Materialpräsentation, Analyse) bauen gut aufeinander auf und liefern eine stilistisch ansprechende und argumentativ saubere Argumentation. Die Studie leistet einen nicht unerheblichen Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichtsschreibung im modernen Iran”.
Stephan Conermann in sehepunkte 16 (2016), Nr. 3
"Anja Pistor-Hatam hat hier anhand eines spezifischen Problems der iranischen Geschichte ihre eigene Wahrnehmung und Analyse einer nicht auf Deutschland beschränkten, aber stark in Deutschland zentrierten Debatte auf iranische Belange angewendet und übertragen. Es wäre vordringlich und von großem Gewinn für die einschlägige „scholarly community“, dieses Buch intensiv und Satz für Satz, mag sein auch kritisch, zu rezipieren. Alle Benützer dieses Buches – ich schließe mich durchaus ein – können von Anja Pistor-Hatams Studie unglaublich viel lernen!" “…Das Buch und seine Verfasserin haben es sich verdient, dass sich so Viele wie möglich der Mühe unterziehenmögen, dieses Niveau zu erklimmen: sie werden reich belohnt werden.”
Bert Fragner in Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes, 2018.
Anja Pistor-Hatam, Dr. (1991), Universität Freiburg, habil. (1999, Universität Heidelberg), ist Professorin für Islamwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Ihre Publikationen, darunter Nachrichtenblatt, Informationsbörse und Diskussionsforum: Aḫtar-e Estānbūl (1876–1896) – Anstöße zur frühen persischen Moderne (LIT 2000), befassen sich unter anderem mit iranischer Geistesgeschichte und der schiitischen Pilgerfahrt.

Anja Pistor-Hatam, Ph.D. (1991), Freiburg University, habil. (1999), Heidelberg University, is Professor of Islamic Studies at Kiel University. She has published various books and articles on Iranian intellectual history and Shiite pilgrimage, including Nachrichtenblatt, Informationsbörse und Diskussionsforum: Aḫtar-e Estānbūl (1876–1896): Anstöße zur frühen persischen Moderne (LIT, 2000).