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Horn, Trinkhorn, Greifenklaue
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29 June 2027
Trinkhörner sind in der modernen Vorstellung vom Mittelalter nahezu allgegenwärtig. Eine wissenschaftliche Erforschung der erhaltenen Exemplare blieb jedoch bislang aus. Dabei erweisen sich diese Hörner mit ihren prächtigen Metallfassungen als komplexe Werke zwischen Naturalien und Artefakten. Ihr Spektrum reicht von frühen Grabfunden bis zu den aufrechtstehenden Preziosen des Spätmittelalters. Bemerkenswert ist der Einzug mittelalterlicher Horngefäße in Kirchenschätze, wo sie vornehmlich als Reliquiare Verwendung fanden. Ausgehend vom Material Horn, der sozialen Bedeutung des Trinkhorns und seiner Überhöhung als Greifenklaue erschließt Adeline Schwabauer erstmals die vielfältigen Funktionen der Horngefäße.
- Erste umfangreiche Untersuchung der spätmittelalterlichen Horngefäße als Objektgruppe
- Quellenkritische Prüfung tradierter Grundannahmen zu Trinkhörnern und Hornreliquiaren
Adeline Schwabauer studierte Kunstgeschichte und Philosophie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. 2025 promovierte sie im Rahmen des Graduiertenkollegs "Dynamiken der Konventionalität (400–1550)" an der Universität zu Köln. Im gleichen Jahr nahm sie eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstgeschichtlichen Institut der Goethe-Universität in Frankfurt am Main an. Dort forscht sie aktuell zu objektspezifischen Hüllen vormoderner Objekte, zu Innen-Außen-Beziehungen und Ver- und Enthüllungsmomenten.
Adeline Schwabauer studied art history and philosophy at the Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. In 2025, she earned her doctorate as part of the research group “Dynamics of Conventionality (400–1550)” at the University of Cologne. That same year, she accepted a position as a research assistant at the Institute of Art History at Goethe University in Frankfurt am Main. There, she is currently conducting research on object-specific cases for premodern objects, the relationship between interior and exterior, and aspects of concealment and revelation.