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Journalpoetik

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Die traditionsreiche Reihe QUELLEN UND FORSCHUNGEN ZUR LITERATUR- UND KULTURGESCHICHTE gehört zum festen Bestand renommierter Publikationsforen der Deutschen Literaturwissenschaft. Von Mark-Georg Dehrmann und Christiane Witthöft herausgegeben, präsentiert die Reihe hochwertige wissenschaftliche Arbeiten, die literarische Texte...
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  • 13 February 2027
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Lange wurde das Epochenbild der Goethezeit von der Vorstellung dominiert, die literarische Produktion um 1800 sei Ausdruck einer autonomen und elitären Hochkunst gewesen, die sich vom Markt und ihrem Publikum bewusst fernhielt – mit der Konsequenz, im Grunde nicht gelesen worden zu sein. Dieses Epochennarrativ, so die zentrale These der Studie, gerät jedoch beim Blick auf die dynamischen medialen Realitäten und Publikationskontexte um 1800 ins Wanken. Ausgangspunkt ist ein zunächst überraschender Befund: Ausgerechnet das Zeitalter der Autonomieästhetik erlebt den rasanten Aufstieg der Zeitschrift als populäres Leitmedium der Literatur, und zentrale Akteure wie Wieland, Goethe, Schiller oder Kleist tragen aktiv dazu bei.

Von diesen Überlegungen ausgehend erzählt Astrid Dröse eine andere Literaturgeschichte der Goethezeit – am Leitfaden der Zeitschrift. Mit dem praxeologischen Konzept ‚Journalpoetik‘ untersucht sie die Entstehung von Zeitschriften vom späten 18. bis ins 19. Jahrhundert, ihre Gestaltung und ihren Einfluss auf die Literatur und den literarischen Markt dieser Zeit. Der Blick richtet sich dabei gleichermaßen auf ästhetische Programmatiken und literarische Texte wie auf Marktstrategien, verlegerisches Kalkül, redaktionelle Praktiken, Materialität und Rezeption. Im Mittelpunkt stehen Wielands Teutscher Merkur, Schillers Thalia und Die Horen, das Athenaeum der Schlegel-Brüder, Kleists Phöbus, Hölderlins Iduna-Projekt, Mereaus Kalathiskos und Cottas Morgenblatt. Friedrich Schiller erweist sich als ein maßgeblicher Akteur des Medienwandels, den er entscheidend mitprägt und vorantreibt. Mit den Horen entwickelt er – in enger Zusammenarbeit mit dem Tübinger Verleger Cotta – eine Journalpoetik im Zeichen eines populären Klassizismus. Damit werden die Horen zum entscheidenden Faktor im literarischen Feld um 1800 und zum Modell für nachfolgende Zeitschriftenprojekte – bis in unsere Gegenwart.

 

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Price: $153.99
Pages: 800
Publisher: De Gruyter
Imprint: De Gruyter
Publication Date: 13 February 2027
ISBN: 9783111452531
Format: Hardcover
BISACs: SOCIAL SCIENCE / Media Studies, LITERARY CRITICISM / General, LITERARY CRITICISM / Subjects & Themes / General
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Astrid Dröse, Karlsruher Institut für Technologie, Karlsruhe, Deutschland.



Astrid Dröse, Karlsruhe Institute of Technology, Karlsruhe, Germany.