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Jüdisches Leben in Schwaben von der Frühen Neuzeit bis 1945
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13 November 2026
Die Studie untersucht jüdisches Leben in Schwaben von der Frühen Neuzeit bis 1945 aus kulturgeschichtlicher Perspektive. Im Zentrum stehen die Bedingungen, Praktiken und Deutungsrahmen jüdischer Existenz in kleinräumigen Herrschaftsstrukturen sowie Modi jüdisch-christlicher Interaktion im Alltag. Die Territorien des Medinat Schwaben bilden über einen Zeitraum von einem halben Jahrtausend einen vergleichsweise kohärenten, habsburgisch geprägten jüdischen Lebensraum. Analysiert werden soziale Rollen, kulturelle Praktiken und symbolische Ausdrucksformen, durch die Zugehörigkeit, Differenz und Aushandlung von Zusammenleben gestaltet wurden. Die interdisziplinäre Untersuchung stützt sich auf ein breites Spektrum kulturhistorischer Primärquellen, darunter literarische, architektonische, musikalische und kunsthandwerkliche Zeugnisse wie schulische, vereinsbezogene und religiöse Praktiken sowie genderspezifische Lebensbereiche. Methodisch verbindet die Arbeit Ansätze der Literaturwissenschaft, der Alltags-, Praxis- und Kulturgeschichte und rückt jüdische Akteurinnen und Akteure in ihren sozialen Funktionen und Handlungsräumen in den Vordergrund. Die Studie erweitert die kulturhistorische Erforschung jüdischer Lebenswelten grundlegend und setzt neue Impulse für die Regional-, Kultur-, Gender- und jüdische Geschichtsforschung.
Monika Mendat, Universität Augsburg.
Monika Mendat, University of Augsburg, Germany.