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Katzen und Kinder: Kopräsente Phänomene in virtuellen Meetings
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06 July 2026

Obwohl virtuelle Meetings mittlerweile zum Arbeitsalltag vieler Menschen weltweit gehören, ist ihre räumliche, relationale und interkorporale Dimension bislang wenig erforscht. Häufig wird von physischer auf relationale Distanz und von medialer Vermittlung auf Depersonalisierung und Entkörperlichung geschlossen.
Diese Studie bietet eine andere Perspektive auf virtuelle institutionelle Interaktionen: Am Beispiel sogenannter Noticing-Sequenzen zeigt sie, wie in virtuellen Meetings Beziehungen, Interkorporalität und ein gemeinsamer Raum konstituiert werden. Mittels multimodaler Konversationsanalyse wird im Detail rekonstruiert, wie, wann und von wem Noticings kopräsenter Phänomene – etwa Kinder, Haustiere oder Möbel – realisiert und im weiteren Sequenzverlauf bearbeitet werden. Dabei zeigen die Teilnehmenden (Nicht‑)Wissen an, handeln deontische und epistemische Rechte aus und bewegen sich zwischen Institutionalität und Informalität sowie zwischen Ko-Präsenz und Virtualität.
Die Studie leistet einen Beitrag zum Verständnis virtueller Interaktionen anhand des kontextspezifischen Noticing-Formats und verbindet linguistische sowie soziologische Methoden mit sozial- und medienpsychologischen Ansätzen.
Galina Gostrer, Hochschule Fulda.
Galina Gostrer, Hochschule Fulda, Germany.