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Kellers Kanonisierung
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April 13, 2027

Obwohl sich Gottfried Keller zeitlebens gegen einen spezifisch schweizerischen Literaturkanon wehrte, den er als "Alpenrosenpoesie" ablehnte, wurde er nach seinem Tod 1890 rasch zur Etablierung eines solchen Kanons vereinnahmt. Ziel des Bandes ist, Kellers Werkpolitik zu Lebzeiten und die Entstehung einer Schweizer Nationalliteratur nach seinem Tod zu verfolgen. Mögliche Untersuchungsgegenstände sind Prozesse der Kanonisierung, Institutionalisierung und Popularisierung von Kellers Literatur in verschiedenen Medien seit dem 19. Jahrhundert und bis in die Gegenwart hinein, darunter Werkeditionen, Literaturanthologien oder Film- und Theateradaptionen. Von übergreifendem Interesse ist, wie sich Kellers Werk in einem Spannungsfeld zwischen einer spezifisch schweizerischen Nationalliteratur, einem transnationalen deutschsprachigen Kanon und einer eher global gedachten Weltliteratur bewegt.
Malika Maskarinec und Melanie Rohner, Universität Bern, Bern, Schweiz.
Malika Maskarinec and Melanie Rohner, University of Bern, Bern, Switzerland.