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Leibliche Vulnerabilität
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December 28, 2026

Diskurse um leibliche Vulnerabilität an der Schnittstelle von Theologie, Philosophie und Humanwissenschaften verweisen auf die Grenze menschlicher Autonomie – und eröffnen zugleich neue Perspektiven auf das, was die Leiblichkeit immer auch als verletzlich zu denkender Menschen bedeutet. Sie rücken Fragen nach Macht und Ohnmacht in den Fokus: Die klassische Vorstellung souveräner Selbstbestimmung wird brüchig, an ihre Stelle tritt ein Verständnis von geteiltem Leben, das Abhängigkeit nicht als Defizit, sondern als integralen Bestandteil der conditio humana versteht. Andererseits ist eine nicht ontologisch, sondern situativ verstandene Vulnerabilität Kennzeichen von Gefährdung und Schutzwürdigkeit, die angesichts von Diversität und Intersektionalität nicht verschleiert oder verharmlost werden dürfen.
Theologie, die in diesen Dimensionen denkt, entdeckt leibliche Vulnerabilität als Quelle einer neuen, solidarischen Praxis, die Grenzverletzungen aufdeckt und zugleich kritisiert – und sich auch selbstkritisch auf mögliche Paternalismen im eigenen Diskurs befragt. Der Band dokumentiert Beiträge der XXXIII. Werner-Reihlen-Vorlesungen an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin.
Torsten Meireis, Clemens Wustmans und Nicole Kunkel, Humboldt-Universität Berlin.
Torsten Meireis, Clemens Wustmans und Nicole Kunkel, Humboldt University Berlin, Germany.