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Multilingualität in der Stadt
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20 August 2025

Zwischen 1848 und 1918, d. h. zwischen „Spring of Nations" und „War of Nations" erlebte Lemberg (heute: Lviv, Ukraine) – wie auch die gesamte Habsburgermonarchie – einen tiefgreifenden Wandel der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse. Die Studie beleuchtet das sich wandelnde multilinguale Sprachverhalten der Lemberger Bevölkerung in dieser Zeit und führt dabei mehrere Fokusstränge zusammen: Der Gebrauch verschiedener Sprachen in der Lemberger Stadtgemeinschaft wird in Wechselwirkung mit den sich verändernden soziokulturellen Gegebenheiten sowie mit der offiziellen Sprachpolitik betrachtet. Anhand der Domänen Bildung und Presse wird die komplexe Dynamik des Miteinanders und auch des konkurrierenden Gegeneinanders von Polnisch, Ukrainisch und Deutsch rekonstruiert. Auch die Verwendung des Jiddischen, Hebräischen, Lateinischen und anderer Sprachen wird im Detail anhand der überlieferten Quellen aus Lemberg aufgezeigt. Auf diese Weise entsteht ein informationsdichtes Tableau, das zeigt, wie die Mehrsprachigkeit einer urbanen Kommunikationsgemeinschaft im Zusammenwirken staatlicher, lokalpolitischer, demographischer, kultureller, konfessioneller und ökonomischer Faktoren geformt, verändert, gefördert oder behindert wurde.
Stefaniya Ptashnyk, Heidelberg Academy of Sciences and Humanities, Heidelberg, Germany.