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16 April 2012

Für die Analyse des spätantiken Geisteslebens, das durch den Zusammenbruch der Reichsstruktur und den Siegeszug des Christentums bestimmt ist, wird es wichtig, die Gedankengänge der griechischen Kirchenväter (etwa des Basileios) auch mit Hilfe lateinischer Übersetzungen teils zu rekonstruieren (Origenes), teils neu zu interpretieren (Kappadokier). Nur wenige Texte sind sowohl in der Quellsprache als auch in einer Zielsprache erhalten und kritisch ediert. Die dritte Homilie von Basileios ist aber als Rufins homilia secunda Basilii in beiden Fassungen vollständig zugänglich.
Für Theologie wie Philologie ist entscheidend, wie die lateinischen Übersetzer zu beurteilen sind: Muss etwa Rufin von Aquileia als treuer Übersetzer oder als relativ freier Bearbeiter gewürdigt werden? Verschiebt sich die Trinitätstheologie beim Übertragungsprozess in den Westen?
Zum Verständnis solcher Übersetzungsliteratur haben Theologie und Philologie bisher wenig beigetragen. Es fehlen vor allem textkritische und literarische Untersuchungen. In diese Lücke tritt der vorliegende Kommentar.
Heinrich Marti, Universität Zürich, Schweiz.