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Orte für das Selbst: Die Architektur von Charles W. Moore
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15 January 2025

Entgegen der Auffassung, wonach sich die Architekten der Postmoderne
als selbstreferenziell agierende Künstler verstanden hätten, zeigt das
Buch anhand der Bauten, Projekte und Schriften von Charles Willard Moore
(1925–1993) den gesellschaftspolitischen Anspruch auf, den der
Architekt verfolgte.
Moore, der als Begründer der Postmoderne gilt,
wollte Orte schaffen, die Menschen Aufschluss darüber geben, wo und wer
sie sind. Seine Orte sollten der Entfremdung einer technokratischen
Massengesellschaft entgegenwirken. Moores Architektur sollte die
Bedingungen für ein politisches Handeln in einer Öffentlichkeit
schaffen, in der die Vielstimmigkeit der Bürger selbstverständlich ist.
Reese
legt eine Neubewertung des Werkes von Charles W. Moore vor, der sich
gezielt gegen einen gesellschaftlichen Konformismus eingesetzt hat.
Achim Reese studierte Architektur an der RWTH Aachen und der Akademie der bildenden Künste Wien. Nachdem er von 2012 bis 2015 als redaktioneller Mitarbeiter für die Architekturzeitschrift ARCH+ in Berlin tätig war, ist er von 2016 bis 2019 als Pre-Doctoral Fellow am Kunsthistorischen Institut – Max-Planck-Institut in Florenz beschäftigt gewesen. Seine Dissertation, die dem Buch Orte für das Selbst. Die Architektur Charles W. Moores zugrunde liegt, verteidigte er 2021. Nachdem er bereits zuvor Architekturgeschichte und -theorie an der Akademie der bildenden Künste Wien sowie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart gelehrt hatte, unterrichtet er seit dem Wintersemester 2022–23 an der TU München.