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Positionierung und Polyphonie
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16 February 2027
Biblische Texte sind bedeutsam, wenn sie immer wieder neu rezipiert werden. Dies geschieht in unterschiedlichen (religiösen) Praxiskontexten auf je andere Weise. Ein erster Hauptteil reflektiert zunächst Rezeption und Rezeptionsgeschichte als Grundkategorien in Bibelwissenschaft und Praktischer Theologie und untersucht dann exemplarisch Aspekte des Schriftgebrauchs in Liturgik, Homiletik, Hymnologie und Bibeldidaktik. Der zweite Abschnitt widmet sich stärker aus exegetisch-hermeneutischer Perspektive dem Feindschafts- und Freundschaftsdiskurs in neutestamentlichen Texten, wobei ausgehend von Michail Bachtins Dialogizitätskonzept Positionierungen in diesen Texten herausgearbeitet werden.
Den inhaltlichen Schwerpunkt der Untersuchung bilden die Untersuchungen zu Bibelrezeptionen im Kirchenlied und der Praxis kirchlichen Singens des dritten Hauptteils. Unter den Leitbegriffen „Polyphonie“ und „Positionierung“ nimmt dieser Abschnitt die praktisch-theologische Leitfrage nach Verständnis, Relevanz und Gebrauch biblischer Texte und Traditionen für gegenwärtige und zukünftige kirchliche Praxis auf. Die Arbeit verbindet mit der Frage der Bibelrezeption interdisziplinäre Aspekte der Hermeneutik, Exegese, Liturgiewissenschaft und Hymnologie.
Michael Schneider, Fachbereich Evangelische Theologie, Goethe-Universität Frankfurt am Main.