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Retrotopias Reimagined
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29 January 2027
Wie gelingt ein inklusives Miteinander, wenn universale Weltbilder erodieren und identitäre Konzepte weltweit erstarken? Diese Studie sucht nach Denkimpulsen für pluralistischen Zusammenhalt, der individuelle Freiheit wahrt. Im Zentrum steht die „Reimagination“: die kritische Transformation reaktionärer Bestände im Sinne von Zygmunt Baumans Retrotopia. Die Arbeit zeigt, wie Literatur und Kunst vergangene Gemeinschaftsentwürfe nicht nostalgisch verklären, sondern produktiv umdeuten. Entlang der Zäsuren 1895, 1968 und 2015 entfaltet sie ein Panorama von Joseph Conrad und Franz Kafka über Josef Škvorecký und Régine Robin bis zu Joanna Malinowska und Yael Bartana.
Als analytischen Schlüssel entwickelt die Studie den Begriff der „Menschengemeinschaft“: ein offenes, inklusives Wir jenseits völkisch-nationalistischer Modelle und ausgrenzender Universalismen. Methodisch in politischer Ästhetik und konstellativem Denken verortet, fragt die Studie nach der Kraft der Kunst, in Zeiten globaler Polarisierung Räume für Mitmenschlichkeit und Solidarität zu öffnen. Politisierung erscheint dabei nicht als Gegenpol zur Kunstautonomie, sondern als Teil einer egalitären Aufteilung des Sinnlichen, die Erfahrung, Sichtbarkeit und Teilhabe verändert.
Agnieszka Helena Hudzik, Universität des Saarlandes.
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Agnieszka Helena Hudzik, Saarland University, Germany.