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Spiegel-Reflexionen im interkonfessionellen Spannungsfeld
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April 13, 2027
Wie wird die paulinische Rede vom Spiegel (1Kor 13) und der Spiegelung (2Kor 3) in der Frühen Neuzeit interpretiert? Weisen die Deutungen konfessionelle Unterschiede oder transkonfessionelle Gemeinsamkeiten auf? Welchen Umgang pflegen Theologen des 16. und 17. Jahrhunderts mit dem philosophischen Überlieferungsgut, wonach sich im Menschen als Mikrokosmos der Makrokosmos spiegelt? Aufgrund der eminenten Wichtigkeit solcher Fragestellungen für damalige Erfinder von geistlicher Sinnbildkunst, widmet der Verfasser seine zunächst auslegungsgeschichtlich ansetzende Studie einem Themenfeld, das seitens der theologischen Erforschung größtenteils unbeachtet blieb. Beanstanden durfte man diesen Mangel im Mindesten für die Zeitspanne zwischen dem Wirken von Marsilio Ficino († 1499) und Gottfried Wilhelm Leibniz (* 1646).
Während die paulinisch bezeugte Spiegelung ebenso sehr in den Blick genommen wird wie die genuin philosophische, mikro- und makrokosmische Spiegelung (wohlgemerkt in theologischen Texten), eröffnet die Studie neue Perspektiven, indem sie zwei noch recht unbekannte anthropologische Ansätze herausarbeitet: einen wittenbergisch-reformatorischen, später ›lutherischen‹ und einen römisch-katholischen. Bezugnahmen auf die Literatur zur Thematik im Reformiertentum erfolgen in Einleitung und Resümee, da es hinsichtlich dieser Konfession um die theologische Forschungslage besser bestellt ist.
Martin H. Kindermann, Universität Hamburg, Hamburg, Deutschland.
Martin H. Kindermann, University of Hamburg, Hamburg, Germany.