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Städtische Münzen in Karien
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29 December 2026
Die Leitfrage des Buches beschäftigt sich damit, inwieweit die Poleis in Karien vom späten 6. bis zum 3. Jh. v. Chr. unter wechselnden Herrschaften ihre kulturelle Tradition wahrten, die sie in ihrer Münzprägung kommunizierten und wann es zu Neuerungen kam. Zwei Theorien werden hierfür herangezogen: die Definition der Münze als Teil der materiellen Kultur und als Kommunikationsmedium. Die Untersuchung geht von der Frage aus, mit welcher Kommunikationsform, Text oder Bild, die autochthone karische Identität und Kultur vermittelt wurden und in welchem Verhältnis sie zu der griechischen Kultur standen, da sie seit der Frühzeit miteinander im Austausch waren. Ausgehend davon wird untersucht, welchen Einfluss die führenden Mächte – Athen, die Achämeniden, die Hekatomniden, Alexander der Große sowie die Diadochen – auf die Prägetraditionen der karischen Städte hatten. Die städtischen Münzen Kariens zeigen, trotz oder gerade wegen der dynamischen Machtverhältnisse, eine starke Tradition in der Wahrung der kulturellen Identität und des kulturellen Gedächtnisses, insbesondere in der Kommunikation durch Bild und Legende. Reaktionen auf die Machtdynamik lassen sich hingegen eher durch metrologische Veränderungen nachweisen.
Hülya Vidin, Landesmuseum Hannover, Hannover.
Hülya Vidin, Landesmuseum Hannover, Hannover, Germany.