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Wissenstransfer und Ignaz Goldzihers ungarische Wissenschaft
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29 December 2026

Goldziher wurden im Laufe seines Lebens mehrfach universitäre Lehrstühle in West-Europa angeboten, jedoch hat er diese Angebote stets abgelehnt und ist in seiner Heimat Budapest geblieben. Dies wird gerne im Sinne einer patriotischen Verschrobenheit Goldzihers oder mit seinem Wahlspruch gedeutet, wonach Wissenschaft keine Heimat habe, wohl aber der Wissenschaftler. Wenn dieses Bonmot mehr als eine Metapher ist, dann müsste sie sich insbesondere auf der Basis seines ungarischen Werks auflösen lassen.
Die vorliegende Auswahl an ungarischen Texten Goldzihers, welche bislang in keiner westlichen Sprache vorliegen, ist nicht durch Vollständigkeit motiviert. Vielmehr wurde Wert auf die Auswahl von Texten aus möglichst unterschiedlichen Genres gelegt wie populärwissenschaftliche Artikel, ein Lehrplan für die örtliche Talmud-Tora Schule, Vorlesungen in der jüdischen Gemeinde und Nachrufe auf ungarische Orientalisten.
Die Textauswahl bieten Einblicke in die Genese von Goldzihers religionswissenschaftlicher Methode und die Stellung der ungarischen Orientalistik im europäischen Kontext. Der Band vermag zu zeigen, wie Goldziher im Wissenstransfer zwischen europäischen und lokalen (jüdischen) Kontexten die Kulturgeschichte Ungarns eingeschätzt hat.
Ottfried Fraisse, Universität Halle-Wittenberg, Halle/Saale.