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Zwischen Tradition und Innovation
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02 February 2026

Das monumentale OEuvre Avicennas (980-1037) prägte die Philosophie im
islamischen Kulturraum in entscheidender Weise und übte über Jahrhunderte
maßgeblichen Einfl uss aus. ʿUmar ibn Sahlān as-Sāwī (fl . um 1130)
gehört zu den wichtigen frühen Autoren, die sich intensiv mit Avicennas
Schriften auseinandersetzten und zur Verbreitung seiner Gedanken
beitrugen.
Die vorliegende Studie widmet sich Leben und Werk as-Sāwīs und fragt
insbesondere nach der Art und Weise seiner Avicenna-Rezeption. In der
bisherigen Forschung wurde as-Sāwī und sein Werk noch wenig beachtet;
seine Stellung im Rahmen der Avicenna-Rezeption wurde dabei allerdings
unterschiedlich bewertet: In einigen Arbeiten wird er als eigenständiger und
innovativer Philosoph beurteilt, während andere ihn ganz in der Tradition
Avicennas verortet sehen.
Ein genauerer Blick auf die arabischen und persischen Texte as-Sāwīs zeigt,
dass er als einer der ersten damit begann, das vielfältige Werk Avicennas
zu harmonisieren, und dabei auch Elemente von Philosophiekritikern wie
al-Ġazālī miteinbezogen hat. Eine weitere Leistung as-Sāwīs ist schließlich
darin zu sehen, dass sich dank seiner persischen Traktate das Neupersische
als Wissenschaftssprache weiter etablieren konnte.
Patric O. Schaerer, Universität Zürich, Zürich, Schweiz.
Patric O. Schaerer, University of Zurich, Switzerland.